DÖÜWEL - Teufel

Der Teufel (von griechisch Διάβολος, Diábolos, wörtlich „der Durcheinanderwerfer“ im Sinne von „Verwirrer, Faktenverdreher, Verleumder“; lateinisch diabolus) wird in verschiedenen Religionen als eigenständiges Geistwesen angesehen. Er spielt in der christlichen und der islamischen Theologie eine besondere Rolle als Personifizierung des Bösen. Volkstümlich wird der Teufel oder „Deibel“ in körperlicher Form als der Leibhaftige bezeichnet. Führende Kirchenlehrer, Päpste und Reformatoren charakterisieren ihn als real existierenden personalen Geist auch mit dem Namen Satan (Quelle: Wikipedia).

 

Mit dem mythologischen Teufel und seiner Verbindung zum Ennigerloher Döüwel hat sich in jüngerer Vergangenheit der Ennigerloher Conflutor und „Döüwel-Forscher“ Winfried Farke befasst. Er vermutet die historischen Wurzeln im Aberglauben des Mittelalters, bei dem der Teufel bei den Menschen eine beängstigend wichtige Rolle spielte. Noch bis 1793 wurden in Europa Frauen wegen der Behauptung, mit dem Teufel unter einer Decke zu stecken, als Hexen hingerichtet.

 

Interessante Informationen bei der Spurensuche nach der Herkunft des Ennigerloher Döüwels findet man in der Broschüre „Das Femegericht in Ennigerloh“ aus dem Jahr 1983, geschrieben von den Ennigerloher Heimatforschern Willi Höner und Dr. Erich Tradt.

 

Hier berichten sie über das in Ennigerloh im Mittelalter ansässige Femegericht: Im Ennigerloher Drubbel fanden im Mittelalter Feme- und Gogerichte unter freiem Himmel statt. Diese Gerichte hatte Kaiser Karl der Große (8oo nach Christus) eingesetzt. Es waren Schöffengerichte, die von einem Freigrafen geleitet wurden. Bei Kapitalverbrechen (Raub, schwerer Diebstahl, Mord, Meineid, Brandstiftung, Münzfälschung, Vergehen gegen die Kirche) wurde häufig die Todesstrafe verhängt. Die Hinrichtung erfolgte durch den Strang auf dem Ennigerloher Schleeberg. Im 17. Jahrhundert wurde das Gericht von Ennigerloh nach Oelde verlegt.

 

Ein Erklärungsansatz zur Herkunft des Ennigerloher Döüwels findet sich in eben diesen Femegerichten. Danach sollen die Gerichtsverhandlungen damals häufig erst Monate nach der Tat stattgefunden haben. Die Bürger konnten es schwerlich nachvollziehen, dass eine lange zurück liegende Tat – noch dazu, wenn sich der Täter reumütig und einsichtig zeigte – noch mit einer verhältnismäßig hohen Strafe belegt wurde. Das sei nicht gerecht und könne nur mit dem Teufel zugehen, sagten die Leute.

 

Ob dieser Ansatz belastbar ist, wird vermutlich nie geklärt werden. Fakt ist, dass sich die Spur des Ennigerloher Döüwels im Dunkel der Jahrhunderte verliert.

 

Sichtbar wird seine Spur allerdings in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Er taucht während der Inflation im Jahr 1921 auf den Notgeldscheinen der Gemeinde Ennigerloh auf.

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